Nachdem der letzte Redner seine Ansprache beendet hatte begibt sich Argail zum Rednerpult. Er wartet einen Moment bis das Gemurmel im Rat verklungen ist und beginnt dann mit seiner Rede
Seid gegrüßt werte Majestät, werte Ratsherren, Ratsdamen!
Ich lauschte interessiert den Ansprachen des werten Ratsherren von Greifenstein und der werten Ratsdame sou Ashu zum städtischen Problem des Unrats. Als langjähriger Kronstädter Bürger möchte auch ich meine Gedanken dazu frei äußern.
sieht wie sich ein Halbling erhebt Nein werter Pater Zeppenfeld, bleibt ruhig sitzen, Eure Ohren werden nicht den Geschäften oder Unternehmungen meines Hauses gelangweilt, seid unbesorgt!
In den Vierteln der niederen Einwohnerschaft ist es tatsächlich so das man schon Stelzen benötigt um gefahrlos die Gassen zu durchqueren. Die werten Ratsherren Beaumont und Mawhiney werden davon ein Liedchen trällern können. Natürlich bin ich in diesen… nennen wir sie Gegenden… eher selten anzutreffen, doch wollte ich mir ein eigenes Bild davon machen. Nur durch Glück konnte ich einem Anschlag durch herabfallenden Unrat entgehen, Sarútan sei Dank. Es stank gar fürchterlich und ich möchte mir nicht ausmalen welch widerwärtigen Gerüche in den warmen Tagen des Jahres dort herrschen. Der niedere Pöbel scheint gegen solcherlei Gerüche schon gefeit. In meine Vierteln hatten sich vor einigen Jahren einige Kaufmänner und Stadtmagistrate zusammengeschlossen um diesen Problem Herr zu werden. Wir beauftragten einige Tagelöhner damit diese den Unrat in regelmäßigen Abständen mittels Karren aus der Stadt schafften, wo sie diesen abluden ist nur ihnen bekannt. Grund genug um hier eine Einheitlichkeit für die gesamte Stadt zu schaffen. Es kann nur im Interesse eines jeden Rates sein etwaigen Krankheiten vorzubeugen, ist der Ausbruch des Schwarzen Tods doch nicht nur für uns Kaufmänner gar schrecklich. Eine abgeriegelte Stadt, kein Rein und kein Raus, ich möchte es mir gar nicht ausmalen.
Die geschätzte Ratsdame sou Ashu hatte eine gar vortreffliche Idee. Sie schlug vor Rinnen zu bauen um den Unrat mit dem nächsten Regenwasser einfach fortzuspülen. Doch auch sie wusste nicht wohin mit dem Unrat, nur “…so weit entfernt vom Fluss wie möglich”. Doch wie kommt der Unrat aus der Stadt, Regnet es einmal nicht. Gerade in den warmen Monden des Jahres weiß man doch nur all zu gut das Regen doch eher selten ist. Doch will ich mit meinen Bedenken keinesfalls dem Ansinnen der werten Ratsdamen sou Ashu schaden, im Gegenteil.
Die Planung und Errichtung eines solchen Systems für die größte Stadt unseres geheiligten Reiches würde Monde andauern. Monde in denen weiterhin jeglicher Unrat ja gar rümpft die Nase Fäkalien auf der Straße landen.
So möchte ich meine Vorschläge vorbringen auf das seine Majestät mich erhören möge. Erstes Ziel sollte sein einen zentralen Platz, natürlich außerhalb der Stadtmauern, zu schaffen an dem jeglicher Unrat geschafft wird. Dort soll er verrotten und belästigt nicht mehr die Nasen der Bürgerschaft. Die Stadt möge dazu Tagelöhner einstellen die für die Beseitigung des Unrats zuständig sind, ein paar mehr Seelen die in Lohn und Brot stehen und der wöchentlichen Armenspeisung nicht mehr beiwohnen müssen.
Für diese erste Stufe der Beseitigung muß aber sichergestellt werden das die Einwohner ihren angefallenen Mist nicht mehr auf die Straßen und Gassen der Stadt kippen. Unter Strafe muss es verboten sein solcherlei Aktion zu tätigen. Man möge verpflichtet sein, seinen Unrat zu sammeln und auf die wöchentlichen städtischen Tagelöhner zu warten. Weiterhin solle es in jedem Hause ob Arm oder Reich zur Pflicht sein Latrinengruben auszuheben um die körpereigenen Abfälle dort zu sammeln. Die Nasen werden es danken. Auch hier sollten städtische Tagelöhner zum Einsatz kommen um die gesammelten Fäkalien bei Nachte in Fässern aus der Stadt zu Karren.
Ich ließe mir von einigen Bauern sagen das es auch ein vorzüglicher Dünger sei und es eine gute Ernte geben würde, entlädt man diesen Unrat auf den hiesigen Feldern des Umlandes. Zur Finanzierung dieser “Dreckkarren” sollte von allen Bürgern eine Sondersteuer erhoben werden. Schließlich kann die Stadt nicht auch noch dafür gemeinnützig Unsummen an Münzen aufbringen.
Doch meine wertern Räte, der Unrat des Einwohners ist nicht das einzige Problem welches es anzugehen gilt. Die unzähligen Schmieden, Färbereien, Gerbereien, Schlachthäusern, usw. lassen auch gar widerlichen Abfall in den örtlichen Fluss leiten. Eine allgemein verbindliche Verordnung wie die unterschiedlichen Gewerbe mit ihrem Nebenerzeugnissen umgehen müsste ebenso von einem Stadtrat ausgearbeitet und umgesetzt werden. Natürlich müssen auch hier harte Strafen gegen Verfehlungen verhängt werden. Auch hier würde eine Sondersteuer für Betriebe mit widerlichen Nebenerzeugnissen ein wenig Geld in das sonst so geschundene Stadtsäckel spülen.
Viele Aufgaben für einen kommenden Magistraten sollte seine Majestät einen solchen zur Verwaltungen seiner Reichsstadt ernennen. Doch bis dahin appelliere ich an seine Majestät den bisherigen Stadtverwaltern den Auftrag zu geben die gesammelten Ideen des Kronrates zu prüfen und umzusetzen. Nichts wäre schlimmer als der Ausbruch einer Pestilenz oder der Ruf einer Reichskloake. Kronstadt ist wie ich bereits einmal sagte, das Spiegelbild des Reiches und als Haupt des Reiches solle es auch als dieses erstrahlen.
Dies soll genug meiner Worte sein.
Gehabt Euch Wohl!
Argail verneigt sich knapp und begibt sich schnellen Schrittes auf seinen Platz
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