In Begleitung von sechs Saaldienern schreitet der Lord von Corleone mit stolzgeschwellter Brust, aber mit Zornesröte im Gesicht, hinter das Rednerpult. Heute trägt er wieder seine glänzende Paraderüstung, die von einem eleganten Umhang bedeckt wird. Den Großhelm mit dem Löwenmännchen trägt er erneut unter seinem Arm.
Königliche Hoheit, werter Prinz, werte Ratsmitglieder,
das Maß der tolerierbaren Anmaßung ist langsam aber sicher überschritten und das Fass, welches die Bürgerlichen in diesem Rat meinten aufmachen zu müssen, ist eigentlich schon lange zum Überlaufen gebracht worden!
Saaldiener, verhaftet diesen anmaßenden Zwerg!!! Auf der Stelle!!!
Sechs kräftige Saaldiener stürmen auf Thorsch Stahlfaust zu und überwältigen ihn mit einiger Mühe
Königliche Hoheit, hoher Rat,
ich habe die Saaldiener angewiesen den Feldmarschall in Ketten legen zu lassen, bis der Vorfall in Radhorn aufgeklärt werden konnte! Der Feldmarschall rebelliert zudem offen gegen die Anweisungen des Königs, er betritt diesen Ratssaal wiederholter Weise mit einer Waffe, obwohl dem Feldmarschall durchaus bewusst sein müsste, dass keine Waffen diesen heiligen Saal beschmutzen sollen! Leider scheint die Reichskammerdame verschollen, die eigentlich dafür zuständig wäre, gegen solcherlei Delikte vorzugehen!
Nun gut, aber das Betreten dieses Saales mit einer Waffe liefert ohnehin nur einen passenden Vorwand, um den Feldmarschall augenblicklich in Gewahrsam nehmen zu können. Das eigentliche Vergehen des Feldmarschalls ist leider nämlich noch viel schwerwiegender und abscheulicher!
Der Feldmarschall hat den Kopf eines Gesandten abschlagen lassen und ihn als Mittel der Einschüchterung seinem vermeintlichen "Feind" übersandt!? Einem "Feind" wohlgemerkt, der von UNSEREM König ein Lehen erhalten hat und als treuer Landesherr seinem, nein, UNSEREM König dient!?
Der Feldmarschall lässt die Burg eines königlichen Getreuen einfach mal auf Gutdünken belagern? Die Männer des Feldmarschalls haben im Zuge dessen die Verteidiger des fürstlichen Rechts mit "ein paar Trupps" erschlagen? Dann will uns der Feldmarschall hier weiß machen, mit welch ach noch so intelligentem Trick er den Fürsten hätte überwältigen können!? Und was schafft er uns hier an? Einen Sack mit der Leiche eines alten Mannes!!!
Feldmarschall, eure Inkompetenz übertrifft wahrhaft jegliche Negativerwartungen! Ihr wollt Euch mit eurem intelligenten Vorgehen brüsken und steht am Ende doch nur als der Gehörnte dar! Ihr habt doch Fürstin Hagnov selbst noch kennengelernt! Die Fürstin war eine Frau Anfang der fünfziger Jahre, wie Ihr ja auch wisst, hat ihr Sohn, Ischtar Hagnov, die Regierungsgeschäfte und den Fürstentitel nach dem Tode der Fürstin übernommen! Wie dämlich müsst Ihr also sein, uns nun hier eine verrunzelte Leiche zu präsentieren, die angeblich Ischtar Hagnov darstellen soll!?
Der Fürst muss sich wohl von diesem Squack inspiriert gefühlt haben und hat Euch an der Nase herumgeführt und hat Euch dabei mitten ins Gesicht gelacht, so wie es jetzt der ganze Rat tun wird! Und der Rat wird nicht mit Euch, sondern über Euch lachen, denn selbst ein pubertierender Knabe hätte sich nicht so leicht übertölpeln lassen, wie Ihr es getan habt, Feldmarschall!
Ihr bringt Schande über diesen Rat, aber nicht nur das, Ihr bringt auch Schande über Euch, eure ganze Sippschaft, gar eure ganze Rasse! Ihr seid nahezu die Personifikation des Wortes "Schande", Feldmarschall, ist dies bei Euch angekommen?
Der Lord ballt eine Faust zusammen und streckt sie drohend dem Feldmarschall entgegen
Ich fasse zusammen:
Der Feldmarschall betritt den Ratssaal mit einer Waffe. Der Feldmarschall lässt Gesandte eines Reichsfürsten hinrichten. Der Feldmarschall ist gegenüber einem vermeintlichen Reichsfürsten wortbrüchig geworden. Der Feldmarschall schafft hier eine Leiche an und versucht uns für dumm zu verkaufen oder ist selber dumm. Der Feldmarschall beweist seine Inkompetenz durch Wort und Tat. Der Feldmarschall hat gegen einen Reichsfürsten und dessen Soldaten zu den Waffen gegriffen, obwohl der Reichsfürst keines schweren Vergehens für schuldig gesprochen wurde.
Über alles Weitere mögen der Kronrichter und der Rat entscheiden.
Lang lebe König Harmud, lang lebe Prinz Soltan und lang leben des Königs Untertanen!
Militärischen Schrittes und mit festem Blick auf den Feldmarschall verlässt der Lord wieder das Rednerpult und kehrt in seiner Paraderüstung zu seinem Platz in den vordersten Reihen zurück
Kommentare