Während viele Räte sich noch immer den Kopf über die Wahlergebnisse zerbrechen, tritt Lord Corleone wieder einmal hochmütigen Schrittes hinter das Rednerpult. Bevor er zu sprechen beginnt, schenkt er Lord Beckett, Sir Konrad, Sir Beaumont, Lord Vetinari, Lady Nay, Laírd Tiefengold und abschließend auch Laírd Anarion ein freundliches Lächeln
Königliche Hoheit, werter Prinz, werte Ratsmitglieder,
ich stehe heute vor Ihnen, meine Damen und Herren, mit der Schmach einer Wahlniederlage im Gepäck! Der Rat hat sich gegen mich als Kanzler entschieden und den bürgerlichen Ratsherren Wittenborg mir vorgezogen. Nun will ich meinen Worten auch Taten folgen lassen, denn ich habe immer betont, dass Herr Wittenborg ein wahrlich würdiger Gegner im Wahlkampf wäre und ich die Entscheidung des Rates, egal wie sie auch ausfallen möge, nicht nur akzeptieren, sondern auch mit tragen werde.
Ich kann es selbstverständlich trotzdem nicht für gut heißen, dass dieser Rat lieber die Geschicke des Reiches einem würdigen Kaufmann anstatt einem ehrenwerten Landesherren anvertraut, aber ich will und werde unserem Kanzler auch keine Steine in den Weg legen, zumindest nicht so lange, wie ich der festen Überzeugung bin, der Kanzler Wittenborg arbeitet im Interesse und zum Wohle des Reiches.
Da der Kanzler die Obhut über die Lehn des Reiches übertragen bekommen hat, wohlbemerkt die Obhut über die Lehn, an dieser Stelle möchte ich den König zitieren: "Art. 10 § 4 bringt zum Ausdruck, dass der Kanzler vom König das Reich als Lehen erhält. Er tritt aber keineswegs an die Stelle des Königs. Der Reichskanzler steht über alle anderen Landesherren innerhalb des Reiches, aber nicht über dem König. Es steht dem Reichskanzler frei geeignete Legaten zu ernenne, die ihm helfen Nāscor zu verwalten. Jedoch bleibt es das Vorrecht des Königs Lehen zu vergeben und zu entziehen. Sollte es dazu kommen, dass Vertreter des Adels, Landesherren oder ähnliches, die Legaten des Kanzlers nicht anerkennen, werden sie dies vor dem König zu verantworten haben. Ältere Lehensverhältnisse bleiben in Takt, doch steht es, wie schon angesprochen, dem Reichskanzler frei, Legaten zu ernennen, die die Verwaltung des Reiches übernehmen. Sollten hierbei bestehende Lehensverhältnisse tangiert werden, wird es von Fall zu Fall zu klären sein, wie die Autoritätsverhältnisse liegen.", wird es mitunter die Aufgabe des Reichskanzlers sein, allle Bürgerlisten der einzelnen Marken zusammentragen zu lassen, um somit einen Reichszensus durchzuführen, sofern dieser vom Rat bewilligt werden sollte.
Da der Reichskanzler zudem zum höchsten Getreuen der Krone erklärt wurde, sollte er sich auch bezüglich des Wahlrechtes, gerade was die Bedingungen zum aktiven Wahlrecht betreffen, engagieren, auch wenn hier natürlich in erster Linie der Kronrichter gefragt sein wird. Wie wir anhand der ersten Wahlperiode alle miterleben mussten, bedarf es bezüglich des Wahlrechtes dringend einer Überarbeitung! Dies sollte eine Reichsbullenänderung und ein spezielles Wahlgesetz zur Folge haben, um die Arbeit der ehrenwerten Räte unter den nicht wirklich ehrenwerten Räten im Rat nicht ad absurdum zu führen.
Mit Bestimmtheit muss der Reichskanzler auch das weitere Vorgehen in der Mark Mathringen in die Hand nehmen. Diesen Verbrechern in der Mark muss endlich ein Ende bereitet werden, auf welchem Wege auch immer! Die corleonischen Soldaten sind immer noch marschbereit und warten auf weitere Befehle, auch wenn sich inzwischen schon leichte Unmut über die ewige Warterei unter den Männern breit macht. Mein Bruder, Santino Corleone, hat mir mitgeteilt, dass er dem Ruf des Fürsten Hagnov nach Radhorn gefolgt ist, da zu Ehren des neuen Fürsten von Radhorn und Umgebung in Radhorn ein Turnier stattfinden soll. Bei dieser Gelegenheit wird sich mein Bruder auch mit dem neuen Fürsten zu dieser Problematik besprechen. Vielleicht wäre es nicht unangebracht, wenn auch der Reichskanzler an diesem Turnier teilnehmen würde, aber das liegt natürlich außerhalb meiner Entscheidungsgewalt.
Zu guter Letzt möchte ich mich bei all denjenigen bedanken, die mir ihr Vertrauen bei der Wahl geschenkt haben! Es hat nicht sollen sein, aber noch ist nicht aller Tage Abend und ich hoffe, sie alle werden mit mir gemeinsam mit wachsamen Augen über unsere erste Kronregierung wachen! Es ist die Pflicht des Adels, die Interessen des Standes zu vertreten und sich gewissen bürgerlichen Emporkömmlingen und ihren utopischen Vorstellungen nicht einfach zu fügen! Andererseits sollten wir uns auch nicht mit aller Macht gegen die Regierung stemmen, nur um des Protestes oder der persönlichen Abneigung Willen, wir sollten konstruktiv mit der Regierung zusammenarbeiten, sofern uns dies ermöglicht wird und knallhart dagegenhalten, sofern die Regierung den falschen Weg einschlagen sollte.
Damit möchte ich für heute enden.
Lang lebe König Harmud, lang lebe Prinz Soltan und lang leben des Königs Untertanen!
Gehabt Euch wohl!
Nach dem Verlassen des Rednerpults kehrt der Lord von Corleone ganz selbstverständlich zu seinem Platz in den vordersten Reihen zurück, wobei er so manch einem Rat einen hasserfüllten Blick zuwirft
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