skip to the main content area of this page
Aufwerten
44
Abwerten
Als Favorite speichern
0

Dies ist die Antwort auf den Beitrag: Im Namen der Krone... Gnadengesuche in zwei Fällen


Während viele bürgerliche Räte sich über die Begnadigung des Lords echofieren, tritt Lord Corleone, seine Schandmaske tragend, gewohnt hochmütigen Schrittes hinter das Rednerpult. Bevor er zu sprechen beginnt, verneigt er sich vor seinem Prinzen

Königliche Hoheit, werter Prinz, werte Ratsmitglieder,

ich will dem Rat der Krone die Genugtuung geben, mich einmal mit dieser Maske in aller Öffentlichkeit sprechen zu sehen. Nichtsdestotrotz bin ich dem Königshaus, insbesondere dem Prinzen, als Vermittler der frohen Kunde, für seine Güte und Gnade außerordentlich dankbar und ich nehme den Straferlass der Maske im Tausch gegen fünf Goldtaler natürlich gerne an.

Doch zugleich bin ich von unfassbarer Traurigkeit erfasst, meine Damen und Herren! Denn nicht mir sollte diese Maske erlassen werden, nein, vielmehr sollten wir alle eine Schandmaske tragen müssen! Dieser Rat hat sich als nicht handlungsfähig und unwürdig erwiesen, die Geschicke dieses Reiches in die Hände zu nehmen!

Weder glänzt der Rat durch Liebe zum König, durch Liebe zu den Göttern, noch durch Liebe zum Reich! Verstehen Sie mich nicht falsch, ich zeige nicht nur mit dem Finger auf andere, sondern packe mir auch selbst an die eigene Nase, meine Damen und Herren! Meine Liebe zum König konnte mein Gewissen nicht besiegen, dafür möchte ich mich in aller Form bei unserem geliebten König entschuldigen. Für meine Liebe zu den Göttern habe ich mein Gewissen belastet. Nun mag man mir auch mangelnde Liebe zum Reich vorwerfen, weil ich es fahrlässig in Gefahr gebracht haben soll, dem kann ich allerdings immer noch nicht zustimmen!

Ich habe, aus Liebe zum König, zu den Göttern und zum Reich, den gewählten Reichsmarschall aufgefordert, sich zu den Göttern zu bekennen, da vergangene Ansprachen und Kommentare des Reichsmarschalls einen Verdacht auf Götterlosigkeit zuließen, dies wird er nicht bestreiten können.

Dieser Aufforderung kam der Reichsmarschall nicht nach. Daraufhin habe ich, um meine Loyalität dem König, den Göttern und dem Reich gegenüber nicht in Zweifel ziehen lassen zu können, den König über die unhaltbaren Umstände in dieser Angelegenheit informiert, gleichzeitig, betont um das Reich in keinster Weise zu gefährden, dem Reichskanzler alle nötigen Informationen, die der Reichsmarschall angefordert hatte, und dabei ging es lediglich um eine Auflistung der corleonischen Truppen, angeboten.

Als der Reichskanzler sich nicht bemüßigt sah, diese ach so dringenden Informationen von mir einzufordern, habe ich zeitnah den Anweisungen des Reichsmarschalls Folge geleistet und ihm die nötigen Informationen, zwar unter Protest aber immerhin, zukommen lassen. Nun, wenn dieser Vorgang eine Gefährdung des Reiches darstellt, was bitte ist dann dieser Rat für das Reich?

Der Rat der Krone schafft es noch nicht einmal Bedingungen für das aktive Wahlrecht umzusetzen!? Der Rat ist noch nicht einmal gewillt, sich auf die Grundfesten dieses Reiches zu stützen und dem Adel oder dem Klerus die entsprechende Stellung zuzuweisen!? Respekt und Anstand sind diesem Rat völlig fremd, hier denkt jeder nur an seinen eigenen Vorteil und versucht dem Nächsten etwas zu entreißen, um sich selbst daran zu bereichern! Wie bereits gesagt, ich stehe hier mit dieser Maske und fasse mir durchaus auch an die eigene Nase, denn ich hatte viel Zeit zum Nachdenken in letzter Zeit!

Ich möchte Ihnen allen nun eine Abschrift von einem Brief von mir an Laìrd Tiefengold vorlesen, den ich während der endlosen Zeit der ewigen Warterei in meiner Villa verfasst habe.

kramt die Abschrift hervor

Mein teurer Freund,

die Tage und Nächte wollen einfach nicht vergehen. Noch immer wurde in meinem Fall kein Urteil gefällt, obwohl die Anklage des Reichsmarschalls gegen mich doch die erste Anklage war, die der Kronrichter zu bearbeiten hatte!

Nun ja, es scheint derzeit wichtiger zu sein, den armen Tölpel Beaumont einen Kopf kürzer zu machen, als einem Verteidiger des Glaubens die schwere Last eines unwürdigen Prozesses von der Seele zu nehmen.

Der arme Beaumont ... es ist ja nicht so, dass ich nicht auch schon selber mit ihm aneinander geraten wäre, aber sogar ein Blinder kann erkennen, dass der arme Tölpel ein Säufer ist, der irgendwie versucht über die Runden zu kommen und oftmals nicht weiß, was er da gerade spricht!

Ich hoffe, seine Majestät wird sich ihm gegenüber als gnädig erweisen! Sollte dies der Fall sein, werter Indigo, so tut mir einen Gefallen und werft ein Auge auf den armen Mann und gebt auf ihn Acht! Immerhin ist er ein Mann vom rechten Geblüt und in seinen Adern fließt edleres Blut, als das so manch ein anderer Rat hier von sich behaupten könnte!

Denn in diesen schweren Zeiten muss unser Stand eng zusammenrücken. Unser geliebter König wollte das Bürgertum zwar an diesem Rat beteiligen, aber ob ihm die Konsequenzen wirklich bewusst waren ... ich weiß es nicht!

Nicht das ich etwas dagegen hätte, das gehobene Bürgertum an der Politik zu beteiligen, nein, aber immer noch wurde keine vernünftige Zulassungsbeschränkung für den Rat beschlossen! Immer noch maßt sich der ein oder andere Bürger an, einen Adligen oder Kleriker zu belächeln und zu verpönen, des Titels zu berauben und an seiner Leistung für das Reich zu zweifeln! Ganz zu schweigen von der Götterlosigkeit des ein oder anderen.

Wo soll das alles bloß noch enden, werter Indigo? Wo soll dieser neue Weg hinführen, frage ich mich? Ich glaube inzwischen, viele Wesen hier haben ihre, von den Göttern zugewiesenen, Rollen in dieser Welt völlig vergessen! Sie maßen sich alle an, für Großes bestimmt zu sein und wollen dem Adel und dem Klerus ihre Stellung einfach entreißen!

Aber kann der neue Weg ein Weg sein, der sich gegen die natürliche Ordnung der Dinge stellt? Können wir denn wahrhaft einen Weg wider der Natur wählen? Die Götter mögen uns beistehen, werter Indigo, denn gegen die Natur sollten wir nicht handeln, wir sollten uns nicht anmaßen, uns gegen die göttergegebenen Dinge aufzulehnen!

Und es ist mehr gegen die Natur irgendetwas dem Anderen zu entreißen und seinen Vorteil durch den Schaden eines Anderen zu mehren, als der Tod, als die Armut, als der Schmerz, als die übrigen Dinge, die entweder dem Körper oder den äußeren Lebensumständen zustoßen können.

Denn grundsätzlich beseitigt dies das Zusammenleben aller Wesen und deren Gemeinschaft! Wenn wir nämlich so gesinnt sein werden, dass jeder wegen seines Vorteils den Anderen beraubt oder verletzt, ist es unvermeidlich, dass die Gemeinschaft aller Wesen, die am meisten gemäß der Natur ist, zerstört wird.

Nun, mein werter Indigo, Ihr lest, die Zeit vergeht nicht gerade wie im Fluge, daher schweifen meine Gedanken ab! Ich bitte Euch, nehmt Euch des armen Sir Beaumont an, sofern seine Majestät gedenkt Gnade vor Recht zu gewähren! Er wird Hilfe benötigen!

Ich habe ihm bereits angeboten, er solle doch bei Laìrd Anarion nachfragen, ob dieser ihn nicht vor dem König rechtlich vertreten würde, denn Sir Beaumont will wohl hoffentlich nicht mit seiner üblichen Fahne und seinen Säufermanieren vor den König treten! Ich hätte die Anwaltskosten für ihn übernommen, aber ob er auf meinen Ratschlag hören wird, vermag ich nicht zu sagen!

Wie dem auch sei, gehabt Euch wohl, werter Indigo, und vertretet unseren Stand mit Würde und notfalls auch mit aller Härte! Ich werde mich nun weiter in Geduld üben und mein Urteil abwarten!

Hochachtungsvoll,

der Lord von Corleone.

packt die Abschrift wieder weg

Vielleicht schafft es der gesamte Rat sich wieder auf die von den Göttern zugewiesenen Rollen zu besinnen, die eigene Habgier zu unterdrücken und mehr Bereitschaft für ein Miteinander aufzubringen, zumindest ist dies meine Hoffnung! In der Angelegenheit zum aktiven Wahlrecht ist der Rat definitiv gescheitert und hat sich als handlungsunfähig erwiesen, daher rufe ich das Königshaus an, sich dieser Sache anzunehmen!

Um den Weg für ein gemeinschaftliches Miteinander zu ebnen darf ich noch verkünden, dass der erste corleonische Maskenball morgen Abend in der Villa Corleone zu Kronstadt stattfinden wird.

Nun gut, aufgrund der Räumlichkeiten sprechen wir lieber von einem Maskenfest. Es werden wenige Kleriker, einige Bürgerinnen und Bürger aus dem hohen Bürgertum, aber im Wesentlichen Adlige des Reiches geladen sein. Zusätzlich möchte ich alle Ratsmitglieder recht herzlich zu diesem Fest einladen. Selbst den Reichsmarschall und den Reichskanzler, als Geste meines guten Willens. Denken Sie an ihre Masken und verkleiden sie sich, an diesem Abend dürfen sie gerne in eine fremde Rolle schlüpfen, um dann hoffentlich am nächsten Tag wieder die von den Göttern zugewiesenen Rollen akzeptieren zu können.

Ach und Pater Zeppenfeld, heiliger Pater, Euch würde ich bitten ohne Maske zu kommen, wenn Ihr denn kommen wollt, denn euer alltäglicher Anblick gibt ja bereits genügend Anlass zur überschwänglichen Freude und was würde eine Verkleidung schon nutzen, euer Heiligenschein würde Euch ja doch aus vielen vielen Meilen Entfernung verraten! schmunzelt

Lang lebe König Harmud, lang lebe Prinz Soltan und lang leben des Königs Untertanen!

Gehabt Euch wohl!

Nach dem Verlassen des Rednerpults zieht der Lord von Corleone die widerliche Schandmaske ab und kehrt ganz selbstverständlich zu seinem Platz in den vordersten Reihen zurück

Beitrag melden
am 29. Mrz 2011

Kommentare

Ich kann eure Einladung leider nicht annehmen, werter Lord Corleone. Solange in diesem Kronrat derartig gottlose Zustände herrschen, werde ich mich von allen Freuden des Lebens entsagen und Buße tun um die Götter zu besänftigen. – Konrad von Neuburg am 30. Mrz 2011
Heiliger Pater, euer Fernbleiben stimmt mich zwar traurig, aber wenn die heilige Pflicht ruft, kämpfe ich auf verlorenem Posten! Falls Ihr doch noch Zeit und Lust finden solltet, die Türen stehen Euch jederzeit offen. macht eine gönnerhafte Geste – Lord Corleone am 30. Mrz 2011
Nehmt es mir nicht übel, aber mein Schreibtisch ist voller als er sein sollte. Daher muss ich die Einladung ausschlagen, denn ich sehe mich außer Stande, eine Feier zu besuchen, während das Reich und der Rat an seinen Kinderkrankheiten dahinsiecht. Aber ihr habt recht: ihr feiert mal lieber, das erscheint sinnvoll und bringt uns wirklich weiter. lächelt bitter zurück – Fredo Zeppenfeld am 29. Mrz 2011
muss nicht lange überlegen und kramt die schön dekorierte Wolfsmaske hervor Ich nehme die Einladung gerne an und werde es genießen meinem Schreibtisch mal für ein paar Stunden zu entkommen. – Brianna sou Ashu am 29. Mrz 2011
Ein Maskenball, wie verlockend, durchaus auch zwischen den Festen ein Zeitvertreib, dem ich höchste Ehren erweise. Mit Freuden nehme ich Eure Einladung an, ehrenwerter Lord Corleone. Die Eure steht Euch übrigens. lächelt schelmisch – Indigo Tiefengold am 29. Mrz 2011
Weitere 7 Kommentare anzeigen

0 Antworten

Suchst Du nach weiteren Beiträge zum Thema oder willst Du vielleicht einen eigenen Beitrag schreiben?