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Dies ist die Antwort auf den Beitrag: Verteidigt Reich und Rat!


Wieder in gewohnter Weise und erhobenen Hauptes schreitet der Lord von Corleone mit stolzgeschwellter Brust hinter das Rednerpult. Der Lord trägt erneut seine glänzende Rüstung, die von einem Umhang bedeckt wird. Das Paar miniaturisierter Löwinnen, die den Umhang halten, scheinen die Räte zum Kampf bereit anspringen zu wollen. Ihr Gefährte, ein Männchen mit prachtvoller Mähne, ruht selbstverständlich auch heute auf Lord Corleones Großhelm, eine Pranke in die Luft erhoben, während er brüllt. Bevor der Lord zu sprechen beginnt nimmt er wieder seinen Großhelm vom Kopf.

Königliche Hoheit, werter Prinz, werte Ratsmitglieder,

ich sehe es als meine Pflicht an, den Rat, insbesondere die Ratsmitglieder des Bürgertums, zur Besonnenheit zu ermahnen und aufzurufen! Der Feldmarschall spricht in seiner letzten Ansprache von "Abtrünnigen", doch wollen wir alle nicht vergessen, dass es sich bei diesen "Abtrünnigen" um Adlige unseres geliebten Reiches handelt!

Ich habe in meiner Ansprache "Über die Reichsbulle" schon versucht, auf eine gewisse Formulierungsunschärfe betreffend der Reichsbulle hinzuweisen! Wenn Sie sich erinnern, war es mir ein Anliegen, die Reichsbulle hinsichtlich der Formulierung der Machtbefugnisse des Reichskanzlers zu überarbeiten, denn aufgrund eines flüchtigen Blickes könnten diesbezüglich Fehlschlüsse gezogen werden, was die Kompetenzen des Reichskanzlers anbelangen!

Der Lord holt ein Pergament hervor und beginnt vorzulesen

§ 4 – Vom Reichskanzler

Seine Majestät der König befindet für Recht, dass allein dem Kanzler die Marken des Reiches als Lehn anvertraut werden. Möge der Kanzler die Reichslande mit Weitsicht und Güte führen. Der Kanzler habe sich mit allen inneren Angelegenheiten der Reichsmarken zu befassen und den anderen Reichsoberen mit seinem Rat zur Seite zu stehen. Seine Majestät vertraut der Weisheit des Kanzlers und ernennt diesen hiermit zum höchsten Getreuen der Krone. Doch endet die Macht des Kanzlers, wo die Macht des Kronrates oder aber die Macht der anderen Reichsoberen beginnt.

Anhand dieser Formulierung könnte man dem Trugschluss erliegen, der Reichskanzler hätte freie Verfügungsgewalt, was die Lehen des Reiches betrifft, dem ist aber nicht so, meine Damen und Herren!

Der Lord holt ein weiteres Pergament hervor und beginnt erneut vorzulesen

Art. 10 § 4 bringt zum Ausdruck, dass der Kanzler vom König das Reich als Lehen erhält. Er tritt aber keineswegs an die Stelle des Königs. Der Reichskanzler steht über alle anderen Landesherren innerhalb des Reiches, aber nicht über dem König. Es steht dem Reichskanzler frei geeignete Legaten zu ernenne, die ihm helfen Nāscor zu verwalten. Jedoch bleibt es das Vorrecht des Königs Lehen zu vergeben und zu entziehen. Sollte es dazu kommen, dass Vertreter des Adels, Landesherren oder ähnliches, die Legaten des Kanzlers nicht anerkennen, werden sie dies vor dem König zu verantworten haben. Ältere Lehensverhältnisse bleiben in Takt, doch steht es, wie schon angesprochen, dem Reichskanzler frei, Legaten zu ernennen, die die Verwaltung des Reiches übernehmen. Sollten hierbei bestehende Lehensverhältnisse tangiert werden, wird es von Fall zu Fall zu klären sein, wie die Autoritätsverhältnisse liegen.

Dies habe ich einer Ansprache des Königs, "Von der Reichsbulle, dem Reich und seinen Nachbaren", entnommen. Das bestehende Lehensverhältnis abzuändern liegt demnach gar nicht in der Macht des Reichskanzlers, denn das Lehen des Fürsten Hagnov beinhaltet auch die Stadt Radhorn! Man kann dem Fürsten sicherlich vorwerfen, die Gesandten des Reichskanzlers nicht mit dem nötigen Respekt empfangen und behandelt zu haben, in der Sache selbst aber, kann man dem Fürsten wohl kaum Vorwürfe machen!

Das Reich befindet sich in einer Umbruchsphase, die Fürstenfamilie Hagnov, die über viele viele Jahre hinweg im Namen und im Auftrag des Königs ihr Lehen verwaltet hat, musste sich doch von so einer Gesandtschaft, die die Machtbefugnisse der Fürstenfamilie zu Beschneiden beabsichtigt hatte, vor den Kopf gestoßen fühlen! Was bitte hätte man denn anderes erwarten können!? Wenn Teile des Adels schon generell mit misstrauischen Blicken diesen hohen Rat beäugen, was hat man denn erwartet, was passieren würde, wenn auf einmal ein bürgerlicher Reichskanzler Anordnungen erteilt, die die bestehenden Machtverhältnisse in den Marken von heute auf morgen umzustrukturieren gedenken!?

Natürlich hätte Fürst Hagnov im besten Fall die Gesandtschaft freundlich empfangen, ihnen mitgeteilt, dass man seitens der Fürstenfamilie keinesfalls beabsichtigen würde, das bestehende Lehensverhältnis zu verändern und damit die Gesandtschaft des Reichskanzlers wieder höflich entlassen hätte, aber bitte gehen Sie doch mal von einem Selbstverständnis eines hohen Adligen unseres Reiches aus! Fürst Hagnov könnte die Gesandtschaft auch als nicht tolerierbare Anmaßung seitens des bürgerlichen Reichskanzlers empfunden haben und aus seiner Machtgewohnheit heraus, dementsprechend mit den Gesandten umgegangen sein!

Aber würde das allein schon einen Bürgerkrieg rechtfertigen, meine Damen und Herren!? Der Feldmarschall berichtet inzwischen davon, dass sich weitere Adlige hinter den Fürsten gestellt und sogar ein kleines Heer zur Verteidigung der adligen Rechte aufgebracht haben! Was zeigt uns das? Große Teile des Adels teilen die Sorge des Fürsten hinsichtlich der Beschneidung ihrer Rechte! Sollte uns das nicht zu denken geben?

Und was für Folgen könnte ein Bürgerkrieg haben? Wir würden uns nicht nur enorm angreifbar für ausländische Feinde machen, nein, wir würden auch einer "arcionischen Volksfront" neuen Nährboden verleihen! Wollen wir in unserem geliebten Reich Vorkommnisse wie in der Vergangenheit von Arcion vermeiden, oder nicht!? Wollen wir vermeiden, dass sich die Adligen unseres geliebten Reiches in die Obhut des Kaisers flüchten und im Ausland Pläne gegen unser Reich schmieden, oder nicht!? Wollen wir die Grundfesten unseres Reiches, die Stände, einreißen oder wollen wir auf ihnen aufbauen?

Meine Damen und Herren, ich bitte Sie eindringlich, setzen Sie unsere Zukunft und die unseres Reiches nicht einfach aufs Spiel, nur weil alte Gewohnheiten und Selbstverständnisse nicht von einem Tag auf den anderen abgelegt werden können! Es sollte in unserem gemeinsamen Interesse sein, einen Bürgerkrieg zu vermeiden und die Situation in Mathringen zu entschärfen und nicht auch noch zu befeuern! Fürst Hagnov wurde von unserem Rat in die Ecke getrieben und nun verteidigt er wie ein Mann von Ehre sein Recht und seinen Status, sollen wir ihm dies wirklich vorwerfen?

Gewiss könnte man dem Fürsten viele Dinge und Verfehlungen vorwerfen, aber lohnen sich diese Vorwürfe, wenn der Preis dafür wäre, dass Nāscoraner Nāscoraner bekämpfen sollen? Sollen wir wirklich wegen eines solchen Umstands unser eigenes Blut vergießen? Sollen die Männer deswegen ihre Brüder erschlagen müssen? Sollen wir den alten Adel des Reiches deswegen ernsthaft an den Pranger stellen?

Besonnenheit, meine Damen und Herren, Besonnenheit, werter Feldmarschall! Ich stelle mich weiterhin zur Verfügung, den Feldmarschall nach Mathringen als Vermittler zu begleiten, aber nur unter einer Bedingung! Zuvor soll der Rat beschließen, Fürst Hagnov einen würdigen Ausweg aus dieser Angelegenheit vor Augen zu führen! Man sollte dem Fürsten ein Angebot unterbreiten, dass ihn zwar in seinen Machtbefugnissen bestätigt, die Stadt Radhorn weiterhin in seiner Obhut verbleibt, der Fürst jedoch in Kronstadt vor dem Rat vorstellig zu werden hat und sich für seine Verfehlungen, wie zum Beispiel den "Fenstersturz" und das Nichtempfangen des Feldmarschalls, zu verantworten hat, wobei ihm aber ein mildes Urteil in Aussicht gestellt werden sollte!

Sollte sich der Rat hingegen dafür entscheiden, den Adel dieses Reiches nicht zu würdigen und das Reich wegen so etwas in einen Bürgerkrieg stürzen zu wollen, dann werde ich getrennt vom Feldmarschall nach Mathringen reisen und ihm höchstens auf dem Schlachtfeld wieder gegenüberstehen! Und bevor hier Verräter-Rufe ertönen, nein, werte Damen und Herren, in diesem Fall würde nicht ich Verrat am Reich begehen sondern Sie! Der Adel und der Klerus haben sich dem Willen des Königs hinsichtlich der Zusammensetzung dieses Rates gefügt! Sollte das Interesse dieses Rates allerdings daraus bestehen, die Rechte und Würde des Adels und des Klerus mit Füßen treten zu wollen, dann sollte dieser Rat ein bürgerlicher Rat werden und sich auf einen blutigen Kampf mit der alten Ordnungsmacht einstellen!

Ich möchte mit den Worten des Königs schließen:

Seine Majestät der König befindet für Recht, dass die Stände des Adels, des Klerus und der Bürger auf ewig die Grundfesten des Reiches seien. Von diesen Ständen ward das Reich errichtet worden und von diesen Ständen möge es bis in alle Ewigkeit getragen werden.

Lang lebe König Harmud, lang lebe Prinz Soltan und lang leben des Königs Untertanen!

Mit verbittertem und aggressivem Blick in die Richtung einiger Räte verlässt der Lord wieder das Rednerpult und kehrt in seiner Paraderüstung zu seinem Platz in den vordersten Reihen zurück

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am 19. Apr 2011

Kommentare

Nur leider sind der Adel und der Klerus nicht mehr quantitativ ausreichend im Rat vertreten, um eine vernünftige Opposition betreiben zu können! Aber vielleicht findet ja noch der ein oder andere Rat des ersten und zweiten Standes den Weg in diese ehrenwerten Ratshallen zurück!? – Lord Corleone am 03. Mai 2011
Gewissen Teilen des Bürgertums scheint es an einer friedlichen Lösung schlichtweg nicht gelegen zu sein, werter Lord! Man will hier um jeden Preis neu gewonnene Machtverhältnisse dartun, das Wohl des Reiches tritt bei solch subjektiven Einzelinteressen ganz klar in den Hintergrund! – Lady Nay am 02. Mai 2011
Ich wiederhole:Fürst Hagnov verteidigt seine angestammten Rechte und Pflichten als Lehnsträger seiner Majestät! Nachdem eure sogenannten Stadtoberen rechtswidrig gehandelt haben, indem sie Soldaten des Fürsten entwaffneten und Anhänger des Fürsten in den Kerker sperrten, verschanzte sich Fürst Hagnov auf seiner Burg! In gewisser Weise wohl verständlich, oder? Daraufhin kamen ihm seine Gefolgsleute zur Hilfe, auch verständlich, oder? Also, suchen wir bitte gemeinsam nach einer friedlichen Lösung! – Lord Corleone am 19. Apr 2011
Ihr scheint mit dem Verstand eines Esels ausgestattet zu sein, werter Reichskanzler! Natürlich wurde der Belagerungsring mit Gewalt durchbrochen, aber dafür könnt Ihr unmöglich vordergründig Fürst Hagnov zur Rechenschaft ziehen wollen! Nur weil einer eurer Diener oder Gefolgsleute vielleicht mal rechtswidrig handelt, stellt man doch auch nicht EUCH vor Gericht, sondern wenn, dann euren Gefolgsmann! Und das corleonische Banner werdet Ihr schon noch früh genug erkennen können, im Kampf fürs Recht! – Lord Corleone am 19. Apr 2011
Achso, der Belagerungsring wurde freundlich geöffnet, verstehe. lacht Verschont uns mit Eurem Geseier, wer weiß, vielleicht wehte in den Reihen des feindlichen Heeres sogar ein corleonsches Banner. Eure feurige Unterstützung für diese Clique lässt dies vermuten. – Argail Wittenborg am 19. Apr 2011
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