Der Freiherr begibt sich zum Rednerpult. Er wirft noch einmal kurz einen Blick ins eine offenbar zahlreichen Notizen und beginnt dann mit seiner Ansprache.
Werte Damen und Herren aller Rassen und Stände,
vor einiger Zeit hat sich der König zu Wort gemeldet und endlich dem zukünftigen Kronrat auch Richtlinien zur weiteren Arbeit an die Hand gegeben. Das ist schon einmal ein Beginn. Doch darüber möchte ich heute nur am Rande philosophieren. Mein Kernthema ist heute ein anderes.
In den vergangenen Tagen ging es hier in diesen Hallen schon hoch her. Obwohl unser König bewusst die verschiedenen Stände hierher eingeladen hat, scheint es doch so, dass es immer noch gewisse Vorbehalte untereinander zu geben. Einige scheinen beispielsweise den Stand der Bürger eher zu belächeln als wirklich ernst zu nehmen. Aber das ist noch nicht alles, das so genannte „gemeine Volk“ scheint bei einigen von Ihnen in ihrem ganz persönlichen Weltbild gar nicht vorzukommen bzw. nur als Mittel zum Zweck, das es einem persönlich besonders gut geht. Aber ich frage Sie, wo wären wir denn ohne die Bauern, die Marktleute und die vielen Tagelöhner in den unterschiedlichsten Berufszweigen? Würden wir dann keine rauschenden Feste mit allerlei Schlemmereien feiern können? Würden sich die Damen dann nicht in aufwendige und prunkvolle Kleider hüllen?
In meiner Heimatmark Weissenfluh, in der ja bekanntlich viele Halblinge leben, beäugt man das derzeitige Geschehen hier in Kronstadt mit zwiegespaltenen Gefühlen. Ich persönlich gehöre ja auch dem Adel an, aber ich selber würde mich eher im „gemeinen Landadel“ wiederfinden als im prunkvollen Hochadel. Daher sind meine Verbindungen zu Bürgern und teilweise auch zu Bauern und anderen niederen Ständen recht gut. Daher habe ich schon so einige Meinungen vernommen. Viele Angehörige der eher unteren Lohngruppen sind nun aber besonders irritiert. So gibt es viele, die sich schon jetzt darüber aufregen, dass sich offenbar wieder irgendwelche „dahergelaufenen Adeligen“ oder „Kirchenleutchen“ um die Geschicke des ganzen Landes kümmern sollen oder wollen, ohne sich wirklich um die Sorgen und Nöte des „wahren“ Volkes zu scheren. Manche sagen sogar ganz offen, dass „die da oben“ doch sowieso nur ihre eigenen Interessen verfolgen. Und wenn man sich hier einige Fehden so anschaut bzw. anhört, dann muss man sich über solche Meinungen doch eigentlich nicht wundern, oder?
Deshalb möchte ich Sie dazu aufrufen, gemeinsam zum Wohle des gesamten Volkes unseres schönen Landes zu agieren und nicht versuchen, sich gegenseitig schlecht zu reden um sich selber im besseren Lichte dastehen zu lassen. Ich werde jedenfalls alles daran setzen, mein Können und Wissen zum Wohlergehen der gesamten Bevölkerung einzusetzen.
Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.
Freiherr Donnie Darko verneigt sich und begibt sich wieder zu seinem Platz. Dort angekommen beginnt er eine Diskussion mit Fredo Zeppenfeld über die Marken des Landes und über die noch immer fehlende Landkarte im Saal einen Monolog zu führen.
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