Hoher Rat!
Ich komme nicht umhin, die Entwicklungen in Bezug auf unsere militärische Schlagkraft an dieser Stelle kritisch zu hinterfragen und dem Ganzen eine längerfristige Alternative entgegen zu stellen.
Statt die Reichskasse zu stark mit einer Ad hoc-Aushebung in der Sollstärle von knapp 1.000 Mann zu belasten, der so genannten Legion des Königs, wäre es sinniger, das faktische Problem der – aus Sicht mancher Räte – militärisch zu dünn gesäten Schlagkraft unseres Reiches, durch eine langfristig bessere Ausbildung unsere Soldaten und Offiziere zu verbessern.
Welchen Sinn hat dies? Nun, zukünftige Jahrgänge von Soldaten können wir eine umfassendere militärische Ausbildung zu Gute kommen lassen. Und wohl wichtiger, das Offizierkorps können wir in solch einer Einrichtung schulen und fortbilden.
Ein für das Kriegshandwerk konkret ausgebildeter Soldat ist zu einem höheren Maß an Leistungen auf dem Schlachtfeld befähigt. Ein Offizierskorps, dass in Taktik und Strategie, sowohl althergebrachten Methoden, als auch neuen Vorgehensweisen, ausgebildet wird, dürfte dem gemeinen Soldaten mehr Halt im Kriege geben.
Die Schaffung dieser Akademie wirft natürlich auch die Frage von Kosten auf. Ob zu Gunsten einer eigenen Akademie nicht lieber eine Fakultät an der Universität Kronstadt gegründet werden sollte, stelle ich hier gleichzeitig zur Debatte.
Wie gesagt, dies wäre ein langfristiger Ansatz und keine Lösung auf die Schnelle, wie sie seitens einiger Kronräte während der aktuellen Diskussion bevorzugt wurde. Doch ich möchte daran erinnern: die Legion des Königs müsste fortwährend unterhalten werden, was uns erhebliche Kosten verursacht.
Durch die Akademie hätten wir zum einen die Option, das bestehende Personal von Heer – und auch Flotte – fortzubilden. Und weitere Jahrgänge von Soldaten und Offizieren würden wir aufwachsend in Heer und Flotte eingliedern und damit einen Prozess anzustoßen, das Militär allmählich aufzustocken. So können auch die Ausgaben aus der Reichskasse über den Verlauf zukünftiger Monde besser angepasst werden.
Ich gebe auch zu bedenken, was uns die – relativ – plötzliche Aushebung einer solchen Legion bei unseren westlichen Nachbarn an Reaktionen verursachen könnte. Vielleicht würde man uns nur Säbelrasseln unterstellen – im günstigen Fall. Im schlechtesten Fall wohlmöglich konkrete Kriegstreiberei!
Natürlich, die Gefahr im Osten wäre unsere existenzielle Begründung – doch bisher haben wir nicht einmal ein konkretes Bild von dieser Bedrohungslage. Ohne direktes Wissen hier die Einnahmen der Reichskasse sprichwörtlich „auf den Kopf zu hauen“, möchte ich von abraten.
Aber nicht nur theoretisches Wissen soll an solch einer Akademie vermittelt werden, sondern auch die Erfahrung im Felde. Eine Entsendung von Ausbildungskorps in die Grenzlande, dürfte wohl dazu führen, hier nicht nur das Geschick der zukünftigen Führungsoffiziere zu erproben, sondern auch den Drill auf seine Effektivität auf dem Feld des Kampfes zu festigen. Und ein weiterer Effekt wäre die direkte Einholung von Informationen in den Wilden Landen.
Die Reaktionen der Orks kann man an dieser Stelle wohl nicht exakt voraussagen – aber lieber eine Horde von Wilden, die gegen unser durch die Akademie stufenweise besser ausgebildetes Heer antreten, als die Kriegsmaschinerie von Kaleer oder Arcion gegen uns.
Ihro königliche Majestatis, dem Reichsmarschall und dem Kronrat sei damit dieser alternative Lösungsvorschlag zur längerfristigen Sicherung unserer militärischen Schlagkraft offeriert.
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